Messi entging bei seinem WM-Debüt einem Platzverweis.
Der umstrittene Vorfall ereignete sich in der 32. Minute, als Argentinien bereits mit 1:0 führte. Im Zweikampf um den Ball traf der Kapitän der Albiceleste Aissa Mandi mit seinen Stollen an der rechten Wade, woraufhin sie schmerzerfüllt zu Boden ging. Der polnische Schiedsrichter Szymon Marciniak pfiff ein Foul, die Nummer 10 entschuldigte sich, doch der VAR griff nicht ein. Nedum Onuoha, ehemaliger Spieler von Manchester City und heutiger ESPN-Kommentator, analysierte den Vorfall: „Meiner Meinung nach hätte Messi die Rote Karte sehen müssen. Ich glaube, er spürte, dass die Situation chaotisch war. Als die Spielerin am Boden lag, wirkte er sehr besorgt, weil er wusste, dass ihm Ärger drohen könnte. Der Schiedsrichter hat es nicht gesehen, aber vielleicht hat der VAR entschieden: ‚Nein, alles in Ordnung.‘ Ich persönlich finde aber, es war eine Rote Karte. Im Kommentar wurde der Vorfall gar nicht erwähnt. Es hieß nur: ‚Schön zu sehen, wie Messi Druck macht.‘“
Alejandro Moreno, ehemaliger venezolanischer Nationalspieler, kritisierte ebenfalls die Doppelmoral: „Das war eine hundertprozentige Rote Karte für Lionel Messi. Ich hätte es sehen müssen. Aber das Besorgniserregendste – und das bestärkt den Eindruck, dass großartige Spieler bevorzugt behandelt werden – ist, dass, als er beinahe einen Hattrick erzielt hätte und Zidane den Schuss parierte, eine Aufnahme Gianni Infantino [FIFA-Präsident] auf der Tribüne zeigte, wie er lächelte, als wollte er sagen: ‚Ach, schade, es war knapp.‘ Und ja, das befeuert diese Erzählung: Diese Spieler werden anders behandelt. Wenn wir die Szene live sehen, sieht es nach einem harten Foul aus, und die Wiederholung bestätigt es. Jemand muss das analysieren, aber warum wurde Szymon Marciniak nicht zurückgepfiffen? Es hätte eine Rote Karte für Messi geben müssen. Auch wenn ich Messi sehr mag, war es ein hartes Foul, und wenn man einem Gegner unterhalb des Knies in Richtung Knöchel gegen die Wade tritt, muss es eine Rote Karte geben.“